Diese Seite beschreibt, wie BISO die Werte der Ressourcenplanung berechnet. Berechnete Werte werden nicht gespeichert, sondern bei jeder Anzeige neu aus den erfassten Daten ermittelt. Ändert sich z.B. ein Normwert, wirkt sich das sofort auf alle Auswertungen der Berichtsperiode aus.
Alle Stundenwerte beziehen sich auf die gewählte Berichtsperiode. Auch die Normwerte werden pro Berichtsperiode erfasst und gelten unverändert für deren ganze Dauer (siehe Berichtsperioden).
Am Ende der Seite rechnet ein Rechenbeispiel alle Werte für eine Beraterin Schritt für Schritt nach.
Aus den Anstellungsperioden einer Person an einer Regionalstelle (siehe Anstellung) werden die Werte für die Berichtsperiode anteilig nach Tagen berechnet:
Stellenprozent = Summe über alle Anstellungen ( Stellenprozent × Tage der Anstellung in der Berichtsperiode )
÷ Tage der Berichtsperiode
Leitungsaufgaben (%) und Sekretariatsaufgaben (%) werden gleich berechnet. Die Funktion ist die Liste aller Funktionen, die in der Berichtsperiode vorkommen.
Grundlage sind das anteilige Pensum (P = Stellenprozent ÷ 100) und die Normwerte der Regionalstelle (siehe Normen, Standards, Vorgabewerte). Alle Tageswerte werden mit der Soll-Arbeitszeit brutto pro Tag (T) in Stunden umgerechnet.
Arbeitszeit brutto = P × Jahres-Sollarbeitszeit brutto (Tage) × T
Ferien für Pensum = P × Ferienanspruch (Wochen) × 5 × T
Feiertage = P × Feiertage pro Jahr × T
Kurzabwesenheiten = P × Kurzabwesenheiten pro Jahr × T
Weiterbildung = P × Weiterbildung (Tage) × T
Abwesenheiten = Abwesenheiten (Tage) × T
Sollarbeitszeit netto = Arbeitszeit brutto − Ferien − Feiertage − Kurzabwesenheiten
− Weiterbildung − Abwesenheiten (mindestens 0)
Der Ferienanspruch hängt vom Alter ab, das die Person im Jahr des Beginns der Berichtsperiode erreicht (Jahr des Von-Datums minus Geburtsjahr): unter 50, 50 bis 59, ab 60 Jahre. Ohne Geburtsdatum ist der Ferienanspruch unbekannt und die Kapazität bleibt leer. Die Abwesenheiten werden nicht mit dem Pensum multipliziert, da sie bereits für die Person erfasst sind.
Vom Backoffice sind nur Sitzungen und Wissensmanagement vom Pensum abhängig, und zwar nur vom Beratungsanteil des Pensums (B), also ohne Leitungs- und Sekretariatsaufgaben:
B = 1 − Leitungsaufgaben (%) ÷ Stellenprozent − Sekretariatsaufgaben (%) ÷ Stellenprozent
(mindestens 0)
Sitzungen = P × Sitzungen (Std.) × B
Wissensmanagement = P × Wissensmanagement (Tage) × T × B
Leitungsaufgaben = Leitungsaufgaben (%) ÷ Stellenprozent × Sollarbeitszeit netto
Sekretariatsarbeit = Sekretariatsaufgaben (%) ÷ Stellenprozent × Sollarbeitszeit netto
Backoffice Total = Sitzungen + Wissensmanagement + Leitungsaufgaben + Sekretariatsarbeit
Sollarbeitszeit zur Verfügung Kunden = Sollarbeitszeit netto − Backoffice Total
Die Sollarbeitszeit zur Verfügung Kunden ist die Kapazität, die in der Einsatzplanung der Planung gegenübergestellt wird.
Veranstaltungen: Der Bedarf wird direkt in Stunden erfasst (siehe Bedarf).
Beratungen: Erfasst wird die Anzahl Fälle; die Stunden werden mit den Normwerten der Zielgruppe des Bereichs berechnet:
Bedarf Beratungen = Anzahl Fälle × Stunden pro Beratung (Fall) × (1 + Vor/Nachbereitung % ÷ 100)
Schulhäuser: Pro Schulhaus werden Präsenzzeit und Anzahl Besuche erfasst; die übrigen Grössen stammen aus den Stammdaten des Schulhauses und den Normwerten der Zielgruppe:
Bedarf Schulhaus = Präsenzzeit
+ Anzahl Besuche × Wegzeit pro Besuch
+ Anzahl Klassen × (Klasseninfo im biz + Elterninfo im biz) (nur mit "Orientierungen im biz")
Leere Angaben zählen als 0. Der Bedarf des Planungs-Typs Schulhausnahe Aktivitäten eines Bereichs ist die Summe des Bedarfs seiner Schulhäuser.
Veranstaltungen und Schulhäuser: Die Planung wird direkt in Stunden erfasst (siehe Einsatzplanung). Die Planung des Planungs-Typs Schulhausnahe Aktivitäten einer Person ist die Summe ihrer Schulhaus-Einsätze.
Beratungen: Erfasst wird die Anzahl Fälle pro Person:
Geplant Beratungen = Anzahl Fälle × Stunden pro Fall × (1 + Vor/Nachbereitung % ÷ 100)
Als Stunden pro Fall gilt der persönliche Wert der Person (siehe Reiter Ressourcenplanung); ist keiner erfasst, der Normwert der Regionalstelle.
Die geplanten Stunden einer Person (Spalte "Geplant" der Einsatzplanung) sind die Summe über alle Planungs-Typen und alle Bereiche der Berichtsperiode, auch über die nicht gewählten.
Das Ist wird nicht erfasst, sondern aus den Daten in BISO ermittelt. Massgebend für die Berichtsperiode ist immer das Datum des einzelnen Termins, nicht der Zeitraum der Veranstaltung oder des Falls.
Veranstaltungen:
Ist = Summe der Dauer der Person auf allen Veranstaltungs-Terminen der Berichtsperiode
Beratungen:
Ist = Summe der Dauer aller Leistungen auf den Beratungsterminen der Person in der Berichtsperiode
Ist-Total einer Person (Spalte "Ist" der Einsatzplanung, "Ist Total" der Übersicht): alle Veranstaltungs- und Beratungsstunden der Person in der Berichtsperiode, an allen Regionalstellen und auch aus Veranstaltungen ohne Planungs-Typ.
Schulhäuser: Die Ist-Stunden pro Schulhaus sind die Stunden der Veranstaltungen, denen das Schulhaus zugewiesen ist. Sie sind bereits im Ist ihres Planungs-Typs enthalten und zählen nicht zusätzlich.
Stunden pro Vollzeitstelle = Jahres-Sollarbeitszeit brutto (Tage) × Soll-Arbeitszeit brutto pro Tag
Total Stellen = Stunden der Spalte ÷ Stunden pro Vollzeitstelle
in % von Total Stellen = Total Stellen der Spalte ÷ (Summe Beschäftigungsgrad aller Mitarbeitenden ÷ 100)
Arbeitszeit geplant = Summe Geplant aller Bereiche + Backoffice Total
Planabweichung = Arbeitszeit geplant − Sollarbeitszeit netto
In der Anzeige % werden alle Stunden als Stellenprozent dargestellt: Stunden ÷ Stunden pro Vollzeitstelle × 100.
Differenz = Ist − Geplant
Geplant netto = Geplant + Backoffice Total
Ist netto = Ist + Backoffice Total
Auslastung geplant = Geplant ÷ Kapazität (je Zeile netto bzw. Kunden)
Auslastung Ist = Ist ÷ Kapazität
Auf der Netto-Stufe ist die Kapazität die Sollarbeitszeit netto, auf der Kunden-Stufe die Sollarbeitszeit zur Verfügung Kunden.
Alle Einfärbungen der Ressourcenplanung folgen derselben Regel. Verglichen wird ein Wert mit seiner Basis:
| Farbe | Bedingung | Bedeutung |
|---|---|---|
| rot | Wert > Basis | überplant bzw. überschritten |
| orange | Wert < 85% der Basis | deutlich unterplant bzw. unterschritten |
| keine | 85% ≤ Wert ≤ Basis | im Rahmen |
Die Regel wird an folgenden Stellen angewendet:
| Maske | Wert | Basis |
|---|---|---|
| Einsatzplanung, Spalte Geplant | Geplant der Person | Kapazität der Person |
| Einsatzplanung, Zeile Geplant | Geplant der Spalte | Bedarf der Spalte |
| Übersicht, Planabweichung | Arbeitszeit geplant | Sollarbeitszeit netto |
| Statistik, Differenz | Ist | Geplant |
| Statistik, Auslastung geplant | Auslastung geplant | 100% |
Ist die Basis leer oder 0, wird nicht eingefärbt.
Das folgende Beispiel rechnet die Werte der Beraterin Anna Muster am fiktiven biz Musterstadt für die Berichtsperiode SJ 2026/27 (01.08.2026 – 31.07.2027) nach. Es sind dieselben Daten wie auf den Screenshots dieser Anleitung; alle Resultate entsprechen den Werten, die BISO anzeigt.
Normwerte biz Musterstadt, SJ 2026/27:
| Normwert | Wert |
|---|---|
| Jahres-Sollarbeitszeit brutto bei 100% Anstellung | 260 Tage |
| Soll-Arbeitszeit brutto pro Tag (T) | 8.4 Std. |
| Feiertage pro Jahr | 10.4 Tage |
| Kurzabwesenheiten pro Jahr | 5 Tage |
| Sitzungen | 100 Std. |
| Weiterbildung | 6 Tage |
| Wissensmanagement | 5 Tage |
| Stunden pro Beratung (Fall) Jugendliche / Vor/Nachbereitung | 2.5 Std. / 50% |
| Ferienanspruch < 50 / 50–59 / ab 60 | 5 / 5.4 / 6.4 Wochen |
Anna Muster: geboren 1985, Anstellung 80% als Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin seit 2018, keine Leitungs- oder Sekretariatsaufgaben, keine Abwesenheiten, kein persönlicher Stundenansatz pro Beratungsfall.
Die Anstellung besteht während der ganzen Berichtsperiode: Stellenprozent = 80%, also P = 0.8.
Zum Vergleich Carla Fiktiv, deren Pensum am 01.01.2027 von 60% auf 40% sinkt. Die Berichtsperiode hat 365 Tage, davon 153 Tage (01.08.–31.12.2026) mit 60% und 212 Tage (01.01.–31.07.2027) mit 40%:
Stellenprozent = (60% × 153 + 40% × 212) ÷ 365 = 48.38%
Anna wird im Jahr 2026 41 Jahre alt (2026 − 1985), ihr Ferienanspruch beträgt deshalb 5 Wochen.
Arbeitszeit brutto = 0.8 × 260 × 8.4 = 1'747.20 Std.
Ferien für Pensum = 0.8 × 5 × 5 × 8.4 = 168.00 Std.
Feiertage = 0.8 × 10.4 × 8.4 = 69.89 Std.
Kurzabwesenheiten = 0.8 × 5 × 8.4 = 33.60 Std.
Weiterbildung = 0.8 × 6 × 8.4 = 40.32 Std.
Abwesenheiten = 0 × 8.4 = 0.00 Std.
Sollarbeitszeit netto = 1'747.20 − 168.00 − 69.89 − 33.60 − 40.32 = 1'435.39 Std.
Anna hat keine Leitungs- und Sekretariatsaufgaben, ihr Beratungsanteil ist deshalb B = 1:
Sitzungen = 0.8 × 100 × 1 = 80.00 Std.
Wissensmanagement = 0.8 × 5 × 8.4 × 1 = 33.60 Std.
Leitungsaufgaben = 0 ÷ 80 × 1'435.39 = 0.00 Std.
Sekretariatsarbeit = 0 ÷ 80 × 1'435.39 = 0.00 Std.
Backoffice Total = 113.60 Std.
Sollarbeitszeit zur Verfügung Kunden = 1'435.39 − 113.60 = 1'321.79 Std. ← Kapazität
Zum Vergleich Beat Beispiel, Stellenleiter mit 100% und 30% Leitungsaufgaben (56 Jahre, 5.4 Wochen Ferien). Sein Beratungsanteil ist B = 1 − 30 ÷ 100 = 0.7:
Sollarbeitszeit netto = 2'184.00 − 226.80 − 87.36 − 42.00 − 50.40 = 1'777.44 Std.
Sitzungen = 1.0 × 100 × 0.7 = 70.00 Std.
Wissensmanagement = 1.0 × 5 × 8.4 × 0.7 = 29.40 Std.
Leitungsaufgaben = 30 ÷ 100 × 1'777.44 = 533.23 Std.
Backoffice Total = 632.63 Std.
Kapazität = 1'777.44 − 632.63 = 1'144.81 Std.
In der Einsatzplanung ist Anna so eingeplant:
| Planungs-Typ (Bereich Jugendliche) | Erfasst | Geplant |
|---|---|---|
| Veranstaltungen Jugendliche | 150 Std. | 150.00 Std. |
| Grundlagenarbeiten Jugendliche | 60 Std. | 60.00 Std. |
| Beratungen | 200 Fälle | 200 × 2.5 × (1 + 50 ÷ 100) = 750.00 Std. |
| Geplant total | 960.00 Std. |
Einfärbung in der Einsatzplanung: 960.00 ÷ 1'321.79 = 72.6% der Kapazität. Das ist weniger als 85%, die Spalte Geplant ist deshalb orange.
| Termine in SJ 2026/27 | Dauer Anna | Planungs-Typ |
|---|---|---|
| Infoabende Berufswahl, 5 Termine | 5 × 2.5 Std. = 12.5 Std. | Veranstaltungen Jugendliche |
| Elternabende, 2 Termine | 2 × 3 Std. = 6.0 Std. | Veranstaltungen Jugendliche |
| Klassenbesuche Sekundarschule Musterstadt, 3 Termine | 3 × 2 Std. = 6.0 Std. | Veranstaltungen Jugendliche |
| Grundlagenarbeit Jugendliche, 1 Termin | 8.0 Std. | Grundlagenarbeiten Jugendliche |
| Beratungsfall einer 16-jährigen Ratsuchenden, 2 Termine mit je 60 Min. Beratungsgespräch und 30 Min. Vor-/Nachbereitung | 2 × 1.5 Std. = 3.0 Std. | Beratungen (Jugendliche) |
| Ist total | 35.5 Std. |
Die Klassenbesuche erscheinen zusätzlich in der Schulhaus-Ansicht der Einsatzplanung bei der Sekundarschule Musterstadt, zählen im Ist-Total aber nur einmal.
Arbeitszeit geplant = 960.00 + 113.60 = 1'073.60 Std.
Planabweichung = 1'073.60 − 1'435.39 = −361.79 Std.
Einfärbung: 1'073.60 ÷ 1'435.39 = 74.8%, also unter 85%, deshalb orange.
Für die ganze Regionalstelle (vier Mitarbeitende, Beschäftigungsgrad total 298.38%):
Stunden pro Vollzeitstelle = 260 × 8.4 = 2'184.00 Std.
Total Stellen (Sollarbeitszeit netto) = 5'224.47 ÷ 2'184 = 2.39
in % von Total Stellen = 2.39 ÷ 2.98 = 80%
| Planungs-Typ | Geplant | Ist | Differenz |
|---|---|---|---|
| Beratungen | 750.00 | 3.00 | −747.00 |
| Veranstaltungen Jugendliche | 150.00 | 24.50 | −125.50 |
| Grundlagenarbeiten Jugendliche | 60.00 | 8.00 | −52.00 |
Alle drei Differenzen sind orange, weil das Ist unter 85% der Planung liegt. So früh in der Berichtsperiode ist das der Normalfall.
Zusammenfassung:
| Zeile | Kapazität | Geplant | Ist | Auslastung geplant | Auslastung Ist |
|---|---|---|---|---|---|
| netto | 1'435.39 | 960.00 + 113.60 = 1'073.60 | 35.50 + 113.60 = 149.10 | 74.8% | 10.4% |
| zur Verfügung Kunden | 1'321.79 | 960.00 | 35.50 | 72.6% | 2.7% |